stark feuchtigkeitsspendend, zieht schnell in die Haut ein
Raffiniert
Kokosnussöl: Kosmetische Anwendungen
Das Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch von Cocos nucifera durch Pressung und anschließende Raffination gewonnen. Durch die Raffination erhält man ein Öl mit neutralerem Geruch und neutralerer Farbe, das sich besonders gut als Ölphase in Kosmetikrezepturen eignet.
Sein Fettsäureprofil zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Laurinsäure aus, ergänzt durch Myristinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure, Palmitinsäure und weitere Fettsäuren.
Kosmetische Eigenschaften von Kokosnussöl
- Emolliens: macht die Hautoberfläche weich und geschmeidig und trägt dazu bei, dass sich trockene oder zu Spannungsgefühlen neigende Haut angenehmer anfühlt.
- Ölphase: geeignet für Cremes, Balsame, Körperbutter, feste Pflegestifte, Lippenpflegeprodukte und andere wasserfreie Rezepturen.
- Guter Konsistenzgeber: aufgrund seiner halbfesten Beschaffenheit bei mäßigen Temperaturen kann es bestimmten Rezepturen mehr Körper und Struktur verleihen.
- Haarpflege: Kokosöl weist eine besonders interessante Affinität zur Haarfaser auf und kann in das Haarinnere eindringen.
- Schutz vor dem Verlust von Haarproteinen: Vergleichsstudien haben gezeigt, dass Kokosöl sowohl bei geschädigtem als auch bei ungeschädigtem Haar den Proteinverlust verringern kann, wenn es vor oder nach der Haarwäsche angewendet wird.
Anwendung auf der Haut
Kokosöl kann in Rezepturen zur Pflege normaler oder trockener Haut eingesetzt werden, insbesondere wenn rückfettende Pflege, Geschmeidigkeit und ein angenehmeres Hautgefühl im Vordergrund stehen.
Klinische Studien mit nativem Kokosöl haben Verbesserungen der Feuchtigkeitsversorgung trockener Haut gezeigt. Bei diesem Produkt handelt es sich jedoch um raffiniertes Kokosöl, dessen am besten belegte kosmetische Funktion die eines Emolliens und hautpflegenden Inhaltsstoffs ist.
Es kann allein als Bestandteil einer Ölmischung verwendet oder in die Ölphase von Emulsionen, Balsamen und anderen kosmetischen Produkten eingearbeitet werden.
Kokosnussöl für das Haar
Eine der am besten untersuchten Anwendungen von Kokosöl ist die Haarpflege.
Aufgrund seines hohen Laurinsäuregehalts und der Struktur seiner Triglyceride besitzt es eine Affinität zu den Haarproteinen. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Kokosöl in die Haarfaser eindringen und den Proteinverlust verringern kann, der mit der Haarwäsche und der täglichen Pflege einhergeht.
Deshalb ist es besonders interessant für:
- Haarmasken.
- Kuren vor der Haarwäsche.
- Conditioner.
- Produkte für trockenes oder geschädigtes Haar.
- Balsame und Seren für Längen und Spitzen.
Raffiniert oder nativ?
Das Fettsäureprofil von raffiniertem und nativem Kokosöl ist ähnlich. Durch die Raffination können jedoch bestimmte natürlich im nativen Öl enthaltene Begleitstoffe, etwa einige Tocopherole und phenolische Verbindungen, reduziert werden.
Bei dieser raffinierten Variante stellen wir daher vor allem seine rückfettenden Eigenschaften, sein laurinsäurereiches Profil und seine Eignung für die Rezeptur und Haarpflege in den Vordergrund, statt ihm ohne konkrete Chargenanalyse einen hohen Gehalt an Vitaminen oder Antioxidantien zuzuschreiben.
Für welche Haut- und Haartypen ist Kokosnussöl geeignet?
Besonders geeignet für normale oder trockene Haut und zur Pflege von trockenem, porösem oder beanspruchtem Haar. Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Gesichtshaut werden häufig geringe Einsatzmengen oder Öle mit leichterem Hautgefühl bevorzugt.
Technische Informationen
- INCI: Cocos Nucifera (Coconut) Oil.
- Art: raffiniertes Pflanzenöl.
- Gewinnung: Pressung des Kokosfruchtfleischs und anschließende Raffination.
- Charakteristisches Fettsäureprofil: reich an Laurinsäure, außerdem Myristinsäure, Caprylsäure, Caprinsäure und Palmitinsäure.
- Verwendung: Ölphase Kosmetikrezepturen für Haut und Haar.
- Herkunft des Rohstoffs: Dieses Produkt wird nicht aus Palmöl hergestellt.
Lagerung
Gut verschlossen und vor Licht sowie übermäßiger Wärme geschützt aufbewahren. Die in der technischen Produktbeschreibung angegebenen Lagerbedingungen einhalten.
Was sagt die Forschung?
Die kosmetische Anwendung von Kokosöl ist besonders gut in der Haarpflege dokumentiert. Vergleichsstudien haben gezeigt, dass Kokosöl im Gegensatz zu Mineralöl und Sonnenblumenöl in die Haarfaser eindringen und den Proteinverlust des Haares deutlich verringern kann.
Die Forschenden führen dieses Verhalten auf den hohen Laurinsäuregehalt zurück. Laurinsäure weist eine Affinität zu Haarproteinen auf und besitzt eine Struktur, die das Eindringen in den Haarschaft erleichtert.
In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie an Personen mit Xerosis wurde gezeigt, dass natives Kokosöl die Hautfeuchtigkeit und die oberflächlichen Hautlipide deutlich verbesserte, mit Mineralöl vergleichbaren Ergebnissen. Da in dieser Studie natives Öl verwendet wurde, dürfen die Ergebnisse nicht vollständig auf raffiniertes Kokosöl übertragen werden. Sie unterstreichen jedoch die allgemeine Bedeutung von Kokosöl als rückfettenden Inhaltsstoff.
Quellen und Studien
-
Effect of mineral oil, sunflower oil, and coconut oil on prevention of hair damage.
Vergleichsstudie zum Eindringen von Kokosöl und zur Verringerung des Proteinverlusts im Haar.
Studie auf PubMed ansehen -
Secondary ion mass spectrometric investigation of penetration of coconut and mineral oils into human hair fibers.
Studie, die das Eindringen von Kokosöl in die Haarfaser belegt.
Studie auf PubMed ansehen -
A randomized double-blind controlled trial comparing extra virgin coconut oil with mineral oil as a moisturizer for mild to moderate xerosis.
Klinische Studie zur Feuchtigkeitsversorgung trockener Haut mit nativem Kokosöl.
Studie auf PubMed ansehen -
Chemical composition and health benefits of coconut oil: an overview.
Übersichtsarbeit zur Zusammensetzung und zu den Eigenschaften von Kokosöl.
Übersichtsarbeit auf PubMed ansehen
Kurzinfo